200920 Elternzeit zu dritt
Seit Donnerstag hat T. also ebenfalls Elternzeit. Ja, wir sind - und das wurde mir erst mit und mit bewusst - in dieser Sache schrecklich antiquiert und irgendwie schäme ich mich dafür, während ich mich gleichzeitig auf die gemeinsame Zeit sehr freue. Unser FreundInnenkreis ist übrigens auch nicht besser. Wir stechen noch insofern hervor, als wir Pandemie-bedingt nicht in Urlaub fahren, sondern gemeinsam Alltag erleben. Gestartet sind wir wie so oft mit einer Wanderung bei spätherbstlichen Sonnenschein.
In den letzten Wochen hatten wir bedingt durch sehr viel Arbeit bei T., oft auch am Wochenende, viele Besuche im Garten und so was, wenig Zeit zum Reden. Dies führte dann dazu dass wir sämtliche kritischen Themen ungeplant beim Spazieren zu klären versuchten, was keine gute Idee war. Nochmal vertagt. Und vorgenommen, das Zwiegespräch nicht wieder schleifen zu lassen, auch wenn wir wenig Zeit haben.
Den Samstag verbrachten wir mit Arbeiten am und im Haus. Dann kam ich noch auf die Idee, "mal eben" einen weiteren Brei zu kochen und schwupps war auch der Samstag vorüber.
Gestern wagten wir uns dann nach Köln. Zum ersten Mal seit L.s Geburt. Freunde, die ihre große Hochzeitsfeier abgesagt hatten, wollten wir zumindest kurz nach der standesamtlichen Trauung beglückwünschen. Wir fuhren natürlich mit dem Auto, mussten aber dennoch noch 25 Minuten durch die Kölner Innenstadt gehen. Das war nicht schön. Zum einen nicht wegen des Stress-Levels. Zum anderen nicht, weil ich mich frage, wie diese Pandemie jemals enden soll, wenn es den Leuten so egal ist. Volle Kneipen, keine Rücksicht auf Abstand, selbst nicht wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist, Junggesellenabschiede in Gruppen von 20 Männern (habe noch mal völlig durcheinander nachgelesen: Ja, die Beschränkungen aus Gruppen aus maximal 2 Haushalten bei mehr als 10 Personen gilt weiterhin), Gastronomie mit Tischen maximal 50 cm voneinander entfernt... Wer sich so verhält, wird sich auch nicht impfen lassen, ist meine Vermutung und ganz große Sorge. Wir trugen jedenfalls beide FFP2 Masken (geht auch im Stechschritt) auf dem Weg durch die Innenstadt und L. hatten wir im Kinderwagen eingemauert.
Dass die beiden zumindest gestern noch standesamtlich heiraten konnten, freute uns sehr. Sie mussten Donnerstag noch schnell einen Test machen, da die Oma zufällig im Krankenhaus nach einem Sturz positiv getestet worden war. Dort hatten sie sie kurz vorher besucht. 90 Jahre und keine Symptome. Auch das gibt es.
So genug Corona. Hier geht es heute ans Heckeschneiden, Brotbacken und ganz viel Spielen <3
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