210218 Wait for it
Wenn es nicht so schlimm wäre für uns alle, könnte man sich geradezu dankbar zeigen, dass die Wissenschaft abermals Recht hat und die Voraussage der neuen Pandemie in der alten Pandemie genau dem entspricht, was gerade passiert. Der Anteil der Mutante wächst stärker als die Gesamtfallzahlen zurückgehen - hello, dritte Welle!
T. ist ausnahmsweise entsetzter als ich - keine Ahnung, wie das passieren konnte. Mich regt das gar nicht mehr auf, dass wir nun noch Wochen warten müssen, ehe eine Reaktion der MP-Konferenz erfolgen wird - falls sie erfolgt. Vielleicht erfolgt sie auch erst, wenn die Intensivstationen wieder überlaufen. Wer weiß das schon.
Mir machen die Menschen Sorgen, die ganz offensichtlich am Anschlag sind. Eltern mit schulpflichtigen Kindern und/oder Kita-Kind, beide berufstätig. Etwa meine Schwester, die erneut schwanger ist und deren Tochter auch nach Öffnung der Kitas zu Hause bleiben wird, arbeitet ab 14 Uhr, wenn ihr Mann, der von 7 bis 14 Uhr arbeitet, nach Hause gehechtet kommt. Die offen bleibenden Stunden werden jeden Samstag nachgeholt. Oder geschätzte Twitterer, deren Ton zum Ausdruck bringt, das einfach alles alles zu viel wird.
Und nebenbei dann die nicht leiser werdenden "Experten", die auf Twitter gerade in das Horn blasen, das am lautesten ist und bei dem sie sich hinter der Masse verstecken können (aus Versehen hatte ich hier Maske getippt).
mRNA? Ist das denn genug erforscht? Will ich nicht.
Astrazeneca? Wie nur 60%? Ich will mRNA!
Wir brauchen mehr Schnelltests, wieso haben wir keine Schnelltests? Schnelltests - die sind doch gar nicht sicher!
Genau, lassen wir das Potenzial erprobter Impfstoffe und Testmöglichkeiten einfach am Wegesrand liegen, weil es nicht perfekt ist!
In diesem Sinne hier das immer passende Zitat von Michael J Ryan:
“If you need to be right before you move, you will never win,”
Wir bleiben eh zu Hause. Im Hinblick auf die Schnelltests sehen wir gewisse Möglichkeiten. Mal ein gemeinsamer Kaffee mit jemandem, vielleicht ein Abendessen mit der Schwiegermutter? Aber ansonsten bleiben wir der Maxime "Nicht nur weil es verboten ist, wird es nicht gemacht, sodnern weil es nicht sicher ist, wird es nicht gemacht" weiter treu. Ts Büro ist weiterhin geschlossen - Vor-Ort-Arbeit ist verboten bis Ende März. Und das nimmt ordentlich Druck raus. Mir ist klar, dass es da ganz andere Umstände gibt.
In der Mittagspause konnte T. jedenfalls gerade gemeinsam mit mir dabei zusehen, wie L. die ersten zaghaften Schritte am Sideboard tätigte. Nicht auf Video ins Büro geschickt. Nein. Live.
Was für ein zu nichts in Relation zu setzender Luxus. Es ist nicht alles schlecht. Nein.
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