210205 WMDEDGT 2/2021
Okay. Den ersten WMDEDGT des Jahres habe ich geskipped, ich hoffe Frau Brüllen verzeiht mir meine seit einigen Monaten bestehende Unzuverlässigkeit dahingehend. Aber Sie wissen ja: Es passiert einfach nichts, das heißt: Ich schaue L. beim Wachsen zu. Das ist für mich mehr Ereignis, als ich mir jemals hätte erträumen können. Nur ist das eben im Format WMDEDGT nicht so gut abbildbar bzw. sicher unsäglich langweilig für all jene Leserinnen, die bereits ein oder mehrere Kinder beim Aufwachsen beobachten haben können.
05:00
Dass L. stündlich wach ist, habe ich an diversen Stellen erwähnt - Sie dürfen jetzt rechnen, wie oft ich diese Nacht geweckt wurde, wenn ich um 22 Uhr das Licht gelöscht habe. Um 5 Uhr jedenfalls lässt sich L. nach dem Stillen nicht mehr ablegen, sodass ich im Bett sitze, ihn im Arm halte und Hörbuch höre.
06:00
Als T. uns hört, fragt er per whatsapp, ob ich schon Kaffee haben möchte. Äh ja. Seit einer Stunde wäre ich bereit dafür. Er beeilt sich und wie jeden Morgen sitzen wir gemütlich zu dritt im Bett. Meine liebste (halbe) Stunde des Tages.
07:00
Während T. frühstückt, dusche ich schnell. Seit L. die Klobürste frisst oder den Kopf ins Klo steckt, während ich dusche, dusche ich lieber, währent T. noch nicht am Schreibtisch sitzt.
07:30
Frühstück für L. und mich. Der seit 3 Wochen positive Trend in Richtung Nahrungsaufnahme hat diese Woche einen kleinen Hänger - kein einziger Löffel landet in L.s Mund. Ich hab da jetzt meinen Frieden mit gemacht, stresse mich nicht (mehr) und ihn hoffentlich sowieso nicht. Früher oder später wird er wohl mehr essen.
08:30
Nach Wickeln, Anziehen, Zähneputzen sind wir nun unterwegs. So sonnig wie gestern ist es nun leider nicht - aber eben auch kein Dauer-(Schnee)regen wie die letzten zwei Wochen. L. pennt, ich höre Podcast. Unterwegs vergesse ich leider, wieso ich mir diese Route für heute ausgesucht hatte - eigentlich wollte ich die Baustelle ansehen, auf der Nachbarn von uns nun bauen. Diese sind in unserer Straße die einzigen, die nach Umzug aus der Schweiz bislang zur Miete eines der Häuser bewohnten - verständlicherweise keine Dauerlösung. Naja, jedenfalls vergesse ich es und es fällt mir erst wieder auf dem Rückweg ein.
10:00
Wieder zu Hause gibt´s für mich Kaffee und für L. einen kleinen Stillsnack. Heute bin ich so gar nicht auf der Höhe - die Kaffeemaschine füllt seelenruhig den Cappuccino in das Gefäß mit dem Spülwasser statt in eine Tasse. Bei so was ärgere ich mich extrem über mich selbst, da ich so verdammt ungern Lebensmittel verschwende. Also noch mal.
Dabei bemerke ich nun, dass L. nach Ball, Mama, Papa, Auto, Laster, Tasse, ... jetzt auch richtig und zielgenau auf die Kaffeemaschine zeigt, wenn ich frage "Wo ist die Kaffeemaschine?". Faszinierend - aber auch eben eine Folge der miserablen Nächte und meines Kaffeekonsums.
10:30
Spielen, Spielen, Spielen: Kugelbahn, Buch, Kugelbahn, Kugeln auf Boden, Ball auf Boden, Buch, Kugelbahn.
12:00
Zum Mittag verstärkt sich mein Eindruck: L. hat derzeit null Interesse an Nahrung abseits von Milch. Also lasse ich es, esse selber mein Brot (selbst gebacken, neuer Sauerteig seit einer Woche) und lasse L. mit dem Löffel spielen.
13:00
L. und ich gehen in den Keller - ich könnte mein 10-Minuten-Mini-Workout auch im Wohnzimmer machen, habe aber festgestellt, dass ein Raumwechsel Wunder wirkt. Im "Fitnessraum" (derzeit liegt da eine Yoga-Matte ...) wuselt L. total aufgeregt umher, während ich auf der Matte turne. Jedes Mal denke ich, dass ich mal die Gopro installieren muss, um das Gewusel aufzunehmen. Aber Sie merken - mein Gedächtnis hatte bessere Zeiten.
14:00
Der Versuch, L. zum Mittagsschlaf hinzulegen, scheitert. Das zweite Mal in dieser Woche. Ich befürchte, da stellt sich irgendwas um gerade. Der Vormittagsschlaf im Kinderwagen jedenfalls ist derzeit noch nicht entbehrlich. Aber von 10 Uhr bis ca. 19 Uhr ist es nun auch sehr lang. Entsprechend wird L., je später der Nachmittag wird, ein wenig quengeliger. Und - das habe ich bereits vorher mal festgestellt: Müdigkeit macht ihn trottelig. Er kippt heute aus dem Sitzen einfach um, das ist nur wenige Male ganz am Anfang seiner Sitz-Karriere mal passiert. Aua.
16:30
Ich bereite für mich - und später T. - asiatische Gemüsepfanne vor, gewürzt mit Currypaste, Curry, Sojasauce, Ingwer. Dazu gibt es Mie-Nudeln. Wie jedes Mal bin ich überrascht davon, wie viel dann doch diese 250g Mie-Nudeln sind. Von 250g normalen Nudeln würden wir zu zweit niemals satt. Hier bleibt später noch eine Portion übrig.
17:30
T. macht Feierabend. Nach dem Essen bespaßt er L. Auf eine unwirsche Äußerung Ts breche ich - eventuell erschöpfungsbedingt - in Tränen aus.
18:30
T. bringt L. ins Bett, ich blogge derweil. Der restliche Abend wird aus hochgelegten Füßen bestehen. Wenn die Energie ausreicht, wird eventuell auch noch Netflix bemüht.
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