210405 WMDEDGT 4/2021

Oha, der 5. fällt auf den Ostermontag! Wir folgen Frau Brüllens Aufruf zum Tagebuchbloggen.

07:30

L. beendet die Nacht. Während die erste Nachthälfte ok war, stotterten wir uns ab 4 Uhr von halber Stunde zu halber Stunde. T. kommt rüber, holt L. aus seinem Schlafsäckchen, während ich ins Bad gehe. Dann gibt´s Kaffee im Bett. L. spielt mit seinem Bagger, den er von seinem Cousin geerbt hat und der uns seit ein paar Tagen sehr ruhige Kaffee-Stunden beschert :-)

08:00

Ich geh ins Bad, lasse die Dusche weg, weil bei mir Sport ansteht. Dann knete ich in der neuen Küchenmaschine ein Weizen-Roggen-Mischbrot, schneide Äpfel für´s Frühstück. L. und T. kommen angezogen herunter und es gibt Frühstück. Seit einigen Tagen isst L. sehr gerne Joghurt, in den wir mehr und mehr Haferflocken einrühren dürfen.

09:30

T. und L. machen sich auf, um spazieren zu gehen. Der Regenradar verheißt nichts Gutes, aber tja! Ich suche mir ein Fitnessblender-Workout aus und gehe in den "Sportkeller", der nach wie vor nur aus einer Gymnastikmatte besteht. Aber immerhin haben wir kürzlich die Bilder aufgehängt, die T. gestaltet hat.



10:30

Fertig mit dem Workout (dabei Podcast "Toast Hawaii" mit Anke Engelke). Ich gönne mir einen zweiten Kaffee, schreibe ein paar Mails und internette nebenher. Das Brot geht im Ofen.

11:00

Nachdem der Robbi die obere Etage gesaugt hat, putze ich einmal hinterher, höre dabei den Podcast weiter. Meine Gedanken schweifen ab, es gibt so viele Themen, die ich gerne diskutieren würde mit Freunden, Familie. Ich glaube, viele andere auf Twitter verspüren das auch derzeit - bislang ruhige Menschen werden sehr politisch, bislang laute Menschen ziehen sich zurück. Ab und zu rutscht mir auch ein Tweet raus, von dem ich weiß, dass er nur im Nirgendwo landet - es ist die pure Verzweiflung. Immerhin können T. und ich weit besser diskutieren als noch im letzten Jahr, wo alles mit "Corona" einen Brand ausgelöst hat. Ich hatte Angst, er Angst vor meiner Angst. Jetzt haben wir beide Angst. T. nicht so sehr um unsere Gesundheit wie ich, aber politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche. Ich bin nach wie vor unsicher darüber, wie es laufen wird, wenn ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung geimpft ist. Das RKI-Paper, das laut dem Gesundheitsminister resumiert, dass Geimpfte keine Gefahr laufen, andere anzustecken, macht große Hoffnungen daraus, dass für Kinder zumindest in einer geimpften Bubble kein Risiko bestehen wird. Weiß jemand, ob das Paper veröffentlicht wurde? Gefunden habe ich es noch nicht.

Irritierend finde ich, dass diese Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt geführt wird, wo - zumindest mein Eindruck - die Unzufriedenheit derer, die die Maßnahmen zum Schutz der Mitmenschen ausnahmslos mitgetragen haben, so groß ist wie nie. Da würde ich denken, dass der ein oder andere, der sich gerne impfen lassen würde, aber nicht man ansatzweise in die Nähe einer Impfung gerückt ist, diese Debatte nicht begrüßt. Zur Klarstellung: Mir selbst ist das total Wumpe, was Geimpfte tun, die meine ungeimpfte Familie dann offenbar nicht mehr anstecken können. Ballermann, Friseur, Tantra - bitteschön! Ich glaube aber, dass das nicht jeder so sieht und dass das eher ein fragwürdiger politischer Schachzug war. Aber was weiß ich schon!

Tja, und dann wäre da noch die nicht zu Ende geführte Diskussion mit der Schwiegermutter zum Thema Impfung mit Astrazeneca. Ich habe vollstes Verstandnis dafür, dass die Vorfälle und insbesondere deren Kommunikation in den letzten Wochen zur Verunsicherung geführt haben. Meiner Meinung nach kann man bei der Abwägung aber nicht außer Acht lassen, dass wir uns in einer Pandemie mit derzeit extrem hohen Inzidenzen befinden, dass die mRNA-Impfstoffe vornehmlich wohl an jüngere gehen werden, und sie u. U. Monate warten muss, bis sie ein Impfangebot mit einem solchen erhalten wird. Ganz nebenbei: Die Pandemie geht ohne Impfungen leider nicht zu Ende!

Ich höre aus dem Freundeskreis, dass wir da aber nicht die einzigen sind mit dem Thema in der Familie, sodass ich versuche, ruhig zu bleiben. Nun ist das NRW-Kontingent sowieso erst mal weg. Vertagt.

Das sind nur wenige der Themen, die mich grad schier wahnsinnig machen.

12:00

L. und T. sind zurück, das Brot ist fertig. Also Mittagessen. Es gibt nichts Besseres. Am ersten Tag des frischen Brotes essen wir locker immer das halbe. T. ist heute allerdings traurig, dass Nutella leer ist.

13:00

Wir spielen eine Weile im Wohnzimmer, der Flummi vom Geburtstag ist noch immer der Hit. T. muss leider arbeiten. Zwischendurch erfreuen wir uns an zwei Amsel-Küken, die aus der Hecke luken.

14:30

L. Macht noch einmal ein kurzes Schläfchen. Ich soll für meine Schwester ein paar Berechnungen in Excel überprüfen. Auf meine Frage, wieso sie keine Formeln hinterlegt hat, obwohl ungefähr jede Zeile Anlass dazu böte (Dreisatz...) sagt sie: Ich kann doch kein Excel. Habe ich noch nie gebraucht. Sie ist übrigens Bauingenieurin, und da frage ich mich, ob sie da wirklich den ganzen Tag mit Taschenrechner in der Hand sitzt und dann die Ergebnisse in Excel tippt. Kurze Zeit später bestätigt sie mir dieses Bild am Telefon... Äh.

16:30

T bereitet Pizza zu, der restliche Teig von gestern. Derweil dampfgare (gare Dampf?) ich Auberginen für Antipasti, die es morgen auf Pasta geben soll. Offenbar habe ich Auberginen immer falsch zubereitet, denn sie sind so zart und unbitter wie ich sie noch nie gegessen habe. Jamm!


17:30

Pizza! L. isst erstaunlich viel Brei - und spuckt es gesammelt wenige Minuten später wieder aus. Tja.


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