210411 Phew
Bitte denken Sie sich an dieser Stelle einen langgezogenen, dankbaren Seufzer:
Die erste Person dieses Haushalts, ich, ist geimpt. Das ging jetzt so schnell, dass ich gar keine Zeit hatte, vor Freude zu heulen, das habe ich heute Morgen nachgeholt.
Unser Kreis war bekanntlich sehr langsam: während in anderen Städten die Vorerkrankten aus Gruppe 2 längt geimpft wurden, kam für unseren Kreis diese Information erst Freitagabend online. Mein Attest war ja seit Anfang März ins Nirgendwo eingereicht, sodass ich mich gestern noch mal an die Hotline hing, um zu erfragen, ob ich jetzt irgendwas tun muss, wenn ich trotz eingereichtem Attest noch keine Einladung erhalten habe. Gegen 15 Uhr erreichte ich jemanden, der mich wieder an die 116117 verweisen wollte. Kurz vorm Explodieren meinerseits sprang ihm am anderen Ende der Leitung zum Glück eine Kollegin bei, die ihn korrigierte - ich hätte alles richtig gemacht und werde per Mail einen Link zur Terminvereinbarung erhalten. Ich legte beruhigt auf und hatte - ungelogen - eine Minute später genau diese Mail im Postkasten.
Ich klickte also auf den Link (ohne zu wissen, was ich da jetzt eigentlich erwartete, einen Termin in 2,3,4 Wochen?) und musste mich dann mehrmals bei T. rückversichern, dass der 10. April wirklich heute (also das gestrige Heute, Sie wissen, was ich meine) ist. Hier sind wirklich für heute noch locker 50 Termine frei? WTF?
Ich klickte auf 16:50 Uhr, erhielt eine Bestätigungsmail und dann hatte ich noch ca 1.5 Stunden Zeit, um die Unterlagen zu drucken, auszufüllen und dann fuhren wir auch schon los.
Familienausflug ins Impfzentrum!
Viel zu früh waren wir dann da, ich wurde nach Fiebermessung und Vorzeigen der Berechtigung trotzdem schon eingelassen. Wie effizient das ganze dann lief, können Sie hier sehen: Eintritt 16:30 Uhr, Spritze im Arm um 16:35 Uhr. Das längste an dem Prozess war demnach die Nachbeobachtung von 15 Minuten.
Ich hatte schon einige Berichte von Impfzenten gelesen und gehört und kann bestätigen: Alle Mitarbeiter sehr freundlich, Aufbruchstimmung, gut organisiert! Ich habe auch ein völlig reines Gewissen, dass ich nicht angesprochen habe, dass ich noch stille. Ich hatte mich über Wochen umfassender als wohl (fast) jede andere informiert und mich aktiv (und auch in Absprache mit m. Hausärztin und m. Gynäkologin) für die Impfung erst trotz, später sogar wegen Stillen entschieden.
Vor dem Impfzentrum nahmen mich L. und T. in Empfang. T. wollte mich zur Feier des Tages zu McD einladen. Der BigMac schmeckte dann extragut, auch wenn er durch die Heimfahrt kalt war.
Und jetzt? Es ist noch ein wenig unwirklich. Aber langsam sickert die Erleichterung darüber durch, dass zumindest eine große Angst, nämlich die, dass wir hier alle drei sehr schwer gleichtzeitig erkranken könnten, weitestgehend eliminiert ist (in ca.14 Tagen). Im besten profitiert L. von ein paar durchs Stillen übertragenen Antikörpern.
Ich würde Ihnen allen so gerne ein wenig abgeben von dem hoffnungsvollen Gefühl, das mir die Atmosphäre im Impfzentrum gestern vermittelt hat! Es geht anscheinend wirklich vorwärts!

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